Fasching mit Kindern nachhaltig feiern

Zugegeben: Glitzer, Konfetti, Tüll und Co. sind die perfekten Faschingsutensilien. Allerdings handelt es sich dabei meist um wenig nachhaltig produzierte Massenware. Spätestens der kritische Blick auf die Inhaltsstoffe verursacht bei vielen Eltern Sorgenfalten. Aber welche Alternativen gibt es, um die fünfte Jahreszeit so nachhaltig wie möglich zu gestalten? Wir haben zum Thema Fasching nachhaltig feiern mal genau recherchiert und herausgefunden: Einige!

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Nachhaltige Faschingskostüme

Eine originelle Verkleidung ist wohl das wichtigste Accessoire für einen gelungenen Faschingsauftritt. Wir bestellen also ein „günstiges“ Kostüm im Internet und es entfaltet schon beim Auspacken einen unangenehm „chemischen“ Geruch. Wem das schon mal aufgefallen ist, hatte bereits den richtigen Riecher. Mit der Nachhaltigkeit ist es bei diesem qualitativ minderwertigen Produkt aus 100% Polyester nämlich nicht weit her.

In einem Billiglohnland hergestellt marschiert unser Kostüm nach der Luftfracht mit einem ziemlich großen CO2-Fußabdruck in Deutschland ein. Bei genauer Betrachtung  finden sich Rückstände unterschiedlicher Schadstoffe. Die sind in Europa meist nicht gelistet. Gerade in Kinderkleidung haben sie aber nichts verloren. Bei jedem Waschgang löst sich zudem Mikroplastik aus dem Polyester. Getragen wir das Kostüm an ein bis zwei Gelegenheiten und wandert anschließend in die Altkleidersammlung. Von dort geht es in riesige Bündel verschnürt erneut mit einem Flugzeug nach Afrika. Dort wird ein Bruchteil der Altkleider weiter verkauft. Unser ausgefallenes Kostüm aber eher nicht. Es landet auf einer der bereits völlig überfüllten Müllhalden, die den Lebensraum der Menschen in Entwicklungsländern zunehmend zerstören. Hier schließt sich der katastrophale Kreislauf der Wegwerfgesellschaft.

Höchste Zeit zum Umdenken also. Ein Weg zum nachhaltigen Faschingskostüm lautet selber machen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Neben gekauften Stoffen können auch alte Kleidung, Geschirrtüchern oder ausgediente Bettwäsche zum Einsatz kommen. Meisterliche Nähkünste muss man dafür nicht zwingend mitbringen. Der zeitliche Aufwand wird damit belohnt, dass man dem Kostüm bestimmt kein zweites Mal begegnet. Alternativ bieten sich Tauschbörsen an. Eine dritte Alternative sind Second Hand Läden, die mitunter ein buntes Sammelsurium an Kostümen anbieten.

Nachhaltige Schminke

Ein raffiniert geschminktes Gesicht rundet ein originelles Faschingskostüm zweifelsfrei ab. Leider kommen herkömmliche Produkte aber nicht ohne Weichmacher, Paraffine und Silikone aus. Manche Hersteller von Naturkosmetik bieten da Alternativen an. So zum Beispiel Schminkkreide auf Basis von Bio-Bienenwachs oder hochwertigen Pflanzenölen.

Auch selbst gemachte Schminke kann sich auf dem Faschingsfest sehen lassen. Dazu eignet sich eine Wundschutzcreme für Babys als Basis und Lebensmittelfarbe als Pigment. Auf einen gehäuften Teelöffel Creme kommen je nach gewünschter Intensität 3 bis 4 Tropfen Farbe. Zum Umrühren benutzt man am besten ein Holzstäbchen. Damit sich die Pigmente und das Öl gleichmäßig vermischen, sollte das Behältnis im Wasserbad erwärmt werden. Allerdings nur,  bis sich dessen Wand lauwarm anfühlt. Alternativ kann das Gemisch für 5 bis 10 Sekunden bei 450 Watt in der Mikrowelle erwärmt werden. Nach erneutem Umrühren ergibt sich eine feste Paste und das Schminken kann beginnen. Wichtig: Die Faschingsschminke sollte zuerst unbedingt auf den Unterarmen ausprobiert werden. Zuviel Lebensmittelfarbe kann die Haut nämlich verfärben.

Schlechte Nachrichten gibt es lediglich für Faschingsfans von Glitzer. Hier gibt es bisher keine Alternative, die frei von Mikroplastik ist. Für ein nachhaltiges Faschings-Makeup sollte darauf also verzichtet werden.

Nachhaltige Faschings-Deko

Bunte Girlanden, Luftballons und Konfetti dürfen auf einem Faschingsfest nun wirklich nicht fehlen. Erfreulicher Weise ist es hier gar nicht so schwer, auf plastikfreie Alternativen auszuweichen. So bieten verschiedene umweltbewusste Hersteller Girlanden aus recyceltem Papier an. Auch nach Luftballons aus Kautschuk statt Plastik muss man nicht allzu lange suchen. Jedoch brauchen auch die mehrere Jahre, ehe sie verrotten. Ein Kompromiss sind sie aber vielleicht  trotzdem.  Auch Konfetti ist auf Basis von Mais- oder Reisstärke erhältlich. Besonders findige Start Ups bieten sogar 100% kompostierbares Saatgut-Konfetti an. Wer dann auch noch auf Einweggeschirr aus Plastik verzichtet und Papier-Strohhalme zum Einsatz bringt, hat das Ziel einer nachhaltigen Faschingsfeier schon so gut wie erreicht.

Nachhaltige Faschingssnacks

Würde es sich nicht komisch anfühlen, wenn auf dem BPA-freien Mehrweg-Teller ein Berliner aus der Plastiktüte landet? Eben. Selbermachen lautet also auch hier die Devise. Alternativ können süße Faschingssnacks beim Konditor bestellt werden. Die transportiert man dann  in einer mitgebrachten Box  zur Feier. Manche Lieferdienste achten zwar scheinbar auf nachhaltige Verpackungen ihrer Speisen. Bei genauem Hinsehen entpuppen sich Bagasse, Bambus und Co. aber doch als nicht sonderlich nachhaltig. Auch der Verzicht auf Fruchtgummis aus der Tüte spart Müll auf der Faschingsfeier. Dabei ist die eigene Zubereitung in der Eiswürfelform kein Hexenwerk und mindestens genauso lecker. Und statt einzeln verpackter Mini-Schokoriegel schmecken auch Dattelbällchen mit Schokolade und Kokos.

Fazit:
Wer Fasching schon einmal nachhaltig gefeiert hat, wird uns zustimmen: Die Veränderung bemerken vor allem die Erwachsenen. Unsere Kinder feiern so ausgelassen wie eh und je. Und hoffentlich wie die Generationen nach ihnen.

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