Nachhaltige Laternen selber basteln

Upcycling zum Martinstag

Alljährlich bringen Kinder mit ihren selbst gebastelten Laternen etwas Licht in die beginnende dunkle Jahreszeit und gedenken dabei dem Heiligen Martin. Ein schöner Brauch, der sich wunderbar auch nachhaltig gestalten lässt.

Ende Oktober geht es in den meisten Kitas, Kindergärten und Grundschulen in die heiße Phase der Vorbereitung für den traditionellen Laternenumzug am Martinstag. Dabei wird geklebt, gezeichnet, geschnitten und gekleistert was das Zeug hält. Meist kommen dabei Seidenpapier und Pappe zum Einsatz. Bevor wir zeigen, welche überraschenden Materialien sich ebenfalls wunderbar in Laternen verwandeln lassen, klären wir die Hintergründe des beliebten Brauchs.

Die Legende des Heiligen Martin

Der Legende zufolge wurde der Heilige Martin im Jahr 316 nach Christus geboren und war ein römischer Soldat. An einem kalten Wintertag war er zu Pferde unterwegs und traf auf einen frierenden, hungernden Bettler. Der Heilige Martin zögerte nicht lange: Er hielt an, teilte mit seinem Schwert seinen Mantel und gab dem Bettler eine Hälfte, sodass dieser sich wärmen konnte. In der darauf folgenden Nacht erschien der Bettler dem Heiligen Martin im Traum und offenbarte sich als Jesus Christus. Der Heilige Martin ließ sich daraufhin taufen und wurde Christ. Die Menschen seiner Heimatstadt Tours im heutigen Frankreich baten den frommen Mann schließlich, ihr Bischof zu werden. Bescheiden wie er war, hielt sich der Heilige Martin für dieses Amt unwürdig und versteckte sich vor den Menschen in einem Gänsestall. Die Gänse aber verrieten ihn und so willigte er letztlich ein. Er war fortan 30 Jahre lang der Bischof von Tours und habe während dieser Zeit zahlreiche Wunder vollbracht. Am 11. November des Jahres 397 nach Christus starb der Heilige Martin, der seither als Schutzpatron der Winzer, Schneider und Weber gilt. Mit Gänsebraten und Laternenumzug wird ihm noch heute an diesem Tag gedacht.

Wie die Laterne ins Spiel kam

Weshalb es Tradition ist, zum Martinsfest einen Gänsebraten zu essen, geht aus der Legende zumindest annähernd hervor. Hinzu kommt historisch belegt, dass am 11. November Steuern und Lehen von den Bauern an die Grundbesitzer gezahlt werden mussten. Dies geschah jedoch nuicht mit Geld, sondern in Form von Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Gänsen. Zudem ist der 11. November der letzte Tage vor dem Beginn der Fastenzeit, den viele dazu nutzten, sich noch einmal einen Gänsebraten zu gönnen, ehe ein so üppiges Mal für die nächsten 40 Tage tabu war.

Woher aber stammt die Tradition des Laternenumzugs zum Martinsfest? Geschichtlich belegt ist, dass die Bauern zu Lebzeiten des Heiligen Martin im November die Stoppeln ihrer abgeernteten Felder in Brand setzten, um sich von dem hinter ihnen liegenden Erntejahr zu verabschieden. Die Kinder beteiligten sich an dem Spektakel, indem sie Fackeln aus Stroh und Laternen aus ausgehölten Rüben bastelten. Damit zogen sie fröhlich durch die Straßen und dankten für die frisch eingebrachte Ernte.

Den Martinsumzug nachhaltig gestalten

Zugegeben, die ausgehölten Rüben der Kinder des 4. Jahrhunderts nach Christus waren tatsächlich nachhaltiger als sämtliche Laternen, die in unserer Zeit das Martinsfest stimmungsvoll untermalen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, beim Basteln von Laternen der Umwelt etwas Gutes zu tun: Upcycling lautet dabei die Devise! Konkret bedeutet das, leere Verpackungen oder Materialien, die eigentlich für den Müll gedacht waren, weiter zu verwenden, indem man sie in einen Gebrauchsgegenstand – zum Beispiel eine Laterne – verwandelt. Von leeren Konservendosen, über Tetrapacks bis hin zu Plastikbechern sind der Phantasie hier keine Grenzen gesetzt. Inspirationen findet ihr zum Beispiel auf Instagram unter #upcyclinglaterne oder auf unserem Account @fairwindel.de.

Was sind eure Ideen für Upcycling-Laternen? Wir freuen uns über eure Beiträge und wünschen euch einen schönen Martinstag!