Halloween lieber nachhaltig feiern!

Süßes für die Zähne, Saures für die Umwelt?

Allen Kontroversen zum Trotz gibt es gute Gründe, weswegen Halloween für die Kleinen etwas ganz Großes ist: Wer selbst mal in die Rolle eines Monsters geschlüpft ist, fürchtet sich fortan weniger vor dessen Artgenossen. Zudem hören zur Abwechslung mal die Erwachsenen auf die Kinder – oder es gibt Saures! Wären da nur nicht das ganze Plastik, Polyester und Paraffin… Oder geht es auch anders? Wir sagen: Und ob!

Während sich bei den Erwachsenen die Geister bei der Sinnhaftigkeit von Halloween scheiden, hinterfragen Kinder den Brauch nicht lange, sondern erfreuen sich einfach an der alljährlichen Extraportion Gespenster. Dabei sind es nicht nur die Kürbisfratzen und Fledermäuse, die zum Fürchten sind, sondern auch die prekären Produktionsbedingungen von Kostümen und Deko sowie die schädlichen Inhaltsstoffe der Schminke – von den Verpackungsmüllbergen handelsüblicher Süßigkeiten mal ganz zu schweigen. Was also tun? Verbote mit der wenig stichhaltigen Begründung, das Fest sei ohnehin „eigentlich amerikanisch“ und „schlecht für die Umwelt“ zeigen hier mit Sicherheit keine Wirkung. Kein Halloween nimmt Kindern vielmehr die Gelegenheit, spielerisch Ängste zu verarbeiten. Zudem verwehren sie ihnen den Genuss, sich durch den Rollentausch mit den Erwachsenen zumindest für eine Nacht groß und mächtig fühlen zu dürfen. Zielführender wäre es daher, den Gruselspaß einfach nachhaltiger zu gestalten. Einfach? Genau! Wie das geht, verraten die folgenden Tipps, die sich überraschend einfach umsetzen lassen.

Nachhaltige Halloween-Dekoration

Statt billige Plastik-Kürbisse und ähnliche prekär produzierte Grusel-Objekte im wahrsten Sinn des Wortes anzuschaffen, kann man auch mit Naturmaterialien herrliche Halloween-Stimmung verbreiten. Dabei können Kinder aktiv in die Vorbereitungen mit einbezogen werden, indem im Wald buntes Herbstlaub und Kastanien für Girlanden gesammelt werden. Spinnennetze lassen sich aus Wolle spannen. Ein selbst geschnitzter Grusel-Kürbis ist natürlich auch Pflicht. Zum Beleuchten des Kürbisses bedarf es einer Kerze. Diese sollte möglichst weder Paraffin oder Palmöl enthalten, sondern auf Basis von Bienen- oder Sojawachs hergestellt sein. Auch Kerzen aus Raps- oder Sonnenblumenöl eignen sich als nachhaltige Alternativen.

Nachhaltige Halloween-Kostüme

Zugegeben, kaum jemand hat heute noch Zeit und Muse sich für ein Halloween-Kostüm stundenlang an die Nähmaschine zu setzen. Dennoch sollte man dem Impuls, „noch schnell“ was Passendes aus dem Internet zu bestellen, nicht nachgeben. Die Billigware aus dem Netz wurde möglicherweise gar von Kinderhänden produziert und steckt neben Polyester und PVC voll gesundheitsschädlicher Weichmacher. Leicht entflammbar sind die Materialien obendrein. Dabei muss es beispielsweise keine Plastikmaske per Express-Versand sein, um sich als Skelett zu verkleiden. Es reicht schwarze Kleidung, die sich möglicherweise bereits im Kleiderschrank befindet und ein weißer Textilstift, um die Knochen aufzumalen. Gespenster lassen sich wunderbar aus alten Bettlaken zaubern. Hexen stehen löchrige Röcke und Jacken sowie mit Spinnen verzierte Hüte am besten – gerne in Oversize.

Abgerundet wird die Verkleidung durch die passende Schminke, wobei auch hier auf handelsübliche Produkte verzichtet werden sollte. Diese enthalten nämlich häufig verbotene Schadstoffe wie Konservierungsmittel, Blei oder gar potentiell krebserregende Mineralöle. Zugegeben sind Anbieter in Bio-Qualität auf dem Markt eher unterpräsentiert. Nachhaltige Schminke selbst herzustellen ist dagegen kein Hexenwerk. Als Basis dient Babycreme, die mit der gewünschten Lebensmittelfarbe vermischt wird. Für Weiß mischt man die Creme mit Stärke, für Schwarz mit Aktivkohle aus der Apotheke.

Nachhaltige Halloween-Naschereien

Die Königsdisziplin eines jeden Halloween-Geschöpfs ist natürlich die nächtliche Jagd nach Süßigkeiten. Ein schaurig schön verzierter Leinenbeutel macht hier eine bessere Figur als Plastikkörbe oder -tüten. Als Beute sollten keine einzeln verschweißten Mini-Tütchen handelsüblicher Süßigkeiten „herausgerückt“ werden, sondern besser umweltfreundlich verpackte Naschereien aus dem Biomarkt. Diese haben zudem den Vorteil nachhaltiger Zutaten und kommen ohne Industriezucker aus. Auch die Wirkung von mit Fledermäusen verzierten Mandarinen sollte nicht unterschätzt werden.

Nach einem nächtlichen Beutezug meldet sich auch beim furchteinflößendsten Untoten schon mal der Hunger. Was wäre da naheliegender, als eine Suppe aus dem Innenleben des zuvor eigenhändig ausgehöhlten Halloween-Kürbisses? Die in den Fasern enthaltenen Kerne können zu Snacks verarbeitet werden, indem sie geröstet und dann gesalzen oder in Schokolade getunkt werden. Gezuckerte Softdrinks in Plastikflaschen sollten auf keiner Kinderparty zu finden sein. Echte Vampire bevorzugen ohnehin Tomaten- oder Kirschsaft in Bioqualität. Auch orange Multivitaminsäfte machen in durchsichtigen Trinkgläsern mit aufgemalter Gruselverzierung eine gute Figur, indem sie erfolgreich den Kürbissen nacheifern. Auf Eiweg-Geschirr und Plastikstrohhalme sollte ebenso verzichtet werden.

Habt ihr noch mehr Tipps für ein nachhaltiges Halloween? Wie sind gespannt auf eure Kommentare!