Fairwindel für den Guten Zweck

Vor fünf Wochen bekam ich überraschenderweise einen Anruf vom Bürgermeisteramt der Stadt München. Sie stellten LKWs mit Hilfe für die Ukraine zusammen und brauchten viele Windeln, Paletten mit Windeln.

Die Herausforderung bestand darin, die Windeln von Freitagnachmittag bis Montagmorgen nach München zu bringen. Leider konnte ich in dieser kurzen Zeit keinen Transport organisieren. Mir war damals nicht bewusst, wie dringend die Windeln benötigt werden.

Wink des Universums

Am Samstag bekam ich eine Info-E-Mail vom Schulleiter meiner 11-jährigen Tochter. Er organisierte eine Hilfsaktion für die neu gebauten Flüchtlingsunterkünfte in Berlin. In dem Brief wurde erwähnt, dass die Windeln benötigt werden. Was für ein Hinweis des Universums!

Ich hätte die E-Mail einfach löschen können, denn “ich konnte ja nichts tun”. Das wäre der einfachste Weg gewesen. Stattdessen frage ich mich: Wie kann ich helfen? Ich bin im Windelgeschäft tätig und habe die Verbindung. Ich weiß, wen ich anrufen und die Dinge in Gang bringen kann.

Also habe ich dem Schulleiter eine E-Mail geschrieben, dass wir Windeln haben. Er gab mir die Kontaktdaten der Flüchtlingsorganisation und ich rief dort an. Das war ein sehr emotionaler Anruf. Sie erzählte mir, dass viele Frauen in den Auffanglagern für ukrainische Flüchtlinge ankommen. Sie tragen ihre Kinder auf dem Arm und haben oft nicht mehr als das, was sie am Leib tragen. In einigen Fällen erfuhren wir von Babys, die auf der Flucht geboren wurden.

Die Überraschung

Ich sagte ihr, dass ich 5 Paletten mit Windeln zur Verfügung stellen kann. Ich konnte ihre Überraschung durch das Telefon hindurch spüren. Dann habe ich mit meinen Lieferanten telefoniert. Wir stellten die verschiedenen Windelgrößen zusammen.

Nun mussten die Paletten nach Berlin kommen. Unser Logistik-unternehmen gab uns sogar einen großzügigen Rabatt, nachdem ich die Geschichte erzählt hatte. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Die 1100 Beutel mit den Rund 300’000 Windeln wurden einige Tage später in unser Lager von Mosaik geliefert und weniger Tage darauf an die Flüchtlingsunterkünfte verteilt. Ich bin allen, die bei dieser kleinen Aktion geholfen haben, sehr dankbar. Wir hoffen, dass wir ein wenig helfen konnten!