Richtig wickeln – Tipps von Eltern für Eltern

Ob mit Stoff-, Öko- oder normalen Windeln gewickelt wird, es stellen sich am oft junge Eltern immer wieder die Frage: wie richtig wickeln? Wir haben unsere Erfahrungen hier zusammengefasst.

1. Der richtige Ort zum Wickeln

Wo wickel ich am besten? Gute Frage, den einen absolut perfekten Ort gibt es wohl nicht. Wir haben beide Kinder im Badezimmer auf der Waschmaschine gewickelt. Mit einer gepolsterten Wickelunterlage und Frotteehandtuch ginge das sehr gut.

Für den richtigen Wickelort sind wichtig:

  • die unmittelbare Nähe zum Wasserhahn. Im Zweifel lässt sich ein Babypo direkt unter fließendem Wasser reinigen.
  • die Temperatur: Schlafräume (Baby-Zimmer) sind abends / nachts mit 16-18 Grad eher kühl. Das Badezimmer ist bei uns der wärmste Ort im Haus. Einen extra Heizstrahler haben wir selbst beim Winter-Kind nie vermisst.
  • das einfache Lüften: sobald die Beikost beginnt, ändert sich der Geruch des Windelinhaltes. Ein Bad kann man lüften ohne den weiteren Tagesablauf umzuplanen.

Viele Familien wickeln im Kinderzimmer auf einer Wickelkommode. Wir fanden das sehr unpraktisch, da ich zum Händewaschen ohnehin vorher und hinterher ins Bad musste. Im Kinderzimmer wollte ich ungern mit nahezu flüssigem Muttermilchstuhl hantieren.

Das Kinderzimmer hat allerdings den Vorteil, dass Babys Anziehsachen unmittelbar zur Hand sind. Im Umkehrschluss stapelten sich unsere Bodys also im Badezimmer.

2. Wie oft wickeln?

Gegenfrage: Wie lange würdest du selbst in deinen eigenen Ausscheidungen liegen wollen?

Mit Blick auf Hygiene und Respekt für unsere Babys sollte tagsüber nach spätestens 3-4 Stunden gewickelt werden. Unabhängig davon, ob die Windel schon richtig voll ist. Einwegwindeln mit erdölbasiertem Superabsorbern saugen sehr viel mehr, als ein Baby in 3-4 Stunden ausscheidet und vermitteln uns Eltern das Bild, mit 2-3 Windeln über den Tag zu kommen. Bitte: das würdet ihr euch auch nicht wünschen, falls ihr jemals wieder tragen müsstet, oder?

Nachts kommen viele Babys ohne wickeln aus. Wir haben nach den ersten Wochen bewußt aufgehört, nachts zu wickeln. Die Urinmenge in der Nacht sank spürbar, als die Schlafphasen länger wurden. Außerdem spielt die Trinkmenge am Abend und in der Nacht eine zentrale Rolle bei der Frage, ob gewickelt werden muss!

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3. Der richtige Griff

richtig wickeln: Wickelgriff
Darstellung: Der richtige Griff zum Wickeln.

Gar nicht so einfach: wie wechsel ich eine volle Windel ohne alles vollzuschmierend? Ein wenig Übung und der folgende Griff haben uns sicher durch 2 Wickel-Zeiten gebracht.

Als Rechtshänder bitte spiegelverkehrt zum Bild verfahren: die linke Hand greift den rechten Oberschenkel des Babys. Babys linkes Bein liegt dabei  locker über Mamas linkem Handgelenk bzw. Unterarm. Dann ist die rechte Hand frei zum Putzen und Windel tauschen.

Mit diesem Griff wurden beide Kinder gewickelt und wir fanden es sehr praktisch, das Baby dabei fest im Griff zu haben. Schöner Nebeneffekt: das linke Bein kann nicht mehr in die schmutzige Windel stampfen 😉

Und am Liebsten hatten es die Kinder, wenn die Waschmaschine im Schleudergang war und schön wackelte.

4. Die richtige Windelgröße

Herstellerangaben zur Windelgröße sind sehr vage Angaben, darauf besser nicht verlassen. Neben dem reinen Gewicht (was als Orientierung dient) spielen vor allem die Statur des Kindes (Beinumfang!) und die Trinkmenge samt Ausscheidungsverhalten eine ganz wesentliche Rolle.

Grundsätzlich empfehlen wir, die kleinste passende Größe zu nutzen und häufiger zu wechseln – der Hygiene zu Liebe. Windeln passen solange sie nicht einschneiden und im Bauchbereich bequem zu schließen sind. Eventuell nutzt du in der Nacht eine größere Größe, da diese auch mehr Saugkapazität hat.

Größe Newborn (Gr. 1) benötigen termingerecht geborene Babys in der Regel nur wenige Wochen. Bitte leg dir keine Vorräte in Größe 1 an!

Größe 2 (Mini) passt oft schon ab der Geburt. Hier lohnt ein kleiner Vorrat. Unsere Töchter kamen mit ca. 3.500g auf die Welt und wurden vom ersten Tag an mit Gr. 2 gewickelt. Gr.2 hat bei uns bis ca. 6 Monate (7 kg) gepasst.  Herstellerangaben reichen von ca. 3-6 Kg Körpergewicht bei Discounter-Windeln bis zu  5-8 kg bei Fairwindeln.

Größe 3 (Midi) war bei unseren zarten Kindern die Dauergröße bis nach dem ersten Geburtstag. Herstellerangaben: 4-9 kg Körpergewicht bei Discounter-Windeln / 7-11 kg bei Fairwindeln.

Größe 4 (Maxi) war bei uns das Modell beim Trockenwerden. Unsere Mädels waren dabei ca. 24 Monate / 12 Kilo. Herstellerangaben: 8-15 Kg Körpergewicht bei Discounter-Windeln / 11-15 kg bei Fairwindeln.

Größe 4+ (Maxi+) ist ein Marketinggag. Sie ist von der Passform mit Größe 4 identisch (!) – sie unterscheidet sich jedoch marginal in der geringeren Saugkapazität.

Größe 5 und 6 (Junior) haben wir nie getestet und möchten euch motivieren, eure Kinder früh zu untersützen, ihre eigenen Ausscheidungen wahrzunehmen. Wenn sie ihr “Geschäft” als etwas “Positives” einordnen, kommunizieren sie euch auch sehr früh, dass sie keine Windel mehr wollen. Sogar ohne sprechen zu können 😉 Jeder Monat ohne Windel spart Geld, Müll und Nerven.

Für euch haben wir hier unsere Grössenberatung der Fairwindel zusammengefasst.