DIY: Bioplastik selber machen

In einem früheren Experiment haben wir schon unbewusst fast Bioplastik hergestellt, nämlich während des Experiments Käse herzustellen. Ja, der Käse hat auch tatsächlich geschmeckt. Hier kannst du nachlesen, wie wir Käse in der Küche hergestellt haben. Bioplastik selber machen geht wirklich ganz einfach.

Für die Herstellung von Bioplastik wird Casein verwendet. So heisst der Proteinanteil in der Milch. Die Ähnlichkeit des Wortes Casein oder zu Deutsch Kasein mit unserem Wort Käse kommt nicht von irgendwoher. Denn das lateinische Wort caseus bedeutet ‘Käse’. In unserem Käse-Experiment haben wir durch Säurefällung (Essig) Casein aus der Milch gewonnen.

Casein wurde schon früh für die Herstellung von Plastik verwendet. Das Produkt hiess Galalith. Galalith wurde für Besteckgriffe oder für die Isolierung von Leitungen benutzt. Hergestellt wurde Galalith durch Vernetzung von Casein und Formaldehyd, also in einem chemischen Verfahren. Galalith verlor durch die billige Verfügbarkeit von Erdöl an Bedeutung und wird heute fast nicht mehr hergestellt.

Gestern haben wir Grießbrei gekocht. Auf der Kochblume (sie verhindert das Überschäumen der kochenden Milch) bildet sich ein Film. Dieser Film habe ich über Nacht trocknen gelassen. Das ist hauchdünnes, getrocknetes Casein, eine Biofolie Jetzt ist aber genug Chemie. Kommen wir zum experimentieren.

Milch schäumt und hinterlässt einen Rest (Casein), der über Nacht trocknet
Getrocknetes Casein


Bioplastik selber machen: So gehts

Bioplastik selber machen ist wirklich nicht schwierig und du hast viel Spass mit deinen Kindern. Du brauchst dazu folgende Zutaten:

  • Milch mit mind. 3,5% Fettanteil (keine H-Milch)
  • Essig
  • Esslöffel
  • Kochtopf
  • Herdplatte

Und so wird es gemacht:

  1. Milch (250 mL) in einen Topf geben
  2. Zwei Esslöffel Essig zur Milch im Topf geben
  3. Das Gemisch ganz langsam unter Rühren warm werden lassen. (Die Milch darf nicht über 80°C erwärmt werden – nicht kochen!)
  4. Wenn alles geronnen ist, die Flüssigkeit vom Feststoff abtrennen, zum Beispiel mit einem Sieb, Moltontuch oder Küchenpapier als Filter
  5. Den Feststoff von Hand auspressen
  6. Bei Bedarf Lebensmittelfarbe hinzu
  7. In eine Plätzchenform pressen
  8. Im Ofen bei max. 75°C trocknen über einige Stunden trocknen lassen (Achtung: Temperatur darf nicht über 80°C sonst zerfliesst die Form!)

Ich bin sehr gespannt, wie eure Formen und Figuren aussehen. Vielleicht ist es ein Schneemann oder eine Elsa? Schickt uns doch ein Foto von eurem Kunstwerk.

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